Änderung zum Kirchensteuerabzug bei Gewinnausschüttung ab 2015

Ab dem 1. Januar 2015 wird die Steuererhebung hinsichtlich der Kirchensteuer, welche auf die Abgeltungssteuer erhoben wird, grundlegend geändert.

Gewinnausschüttungen, welche von einer GmbH an ihre Gesellschafter ab diesem Zeitpunkt getätigt werden, müssen das neue Kirchensteuerabzugsverfahren beachten. Dabei hat die GmbH vorher beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für jeden einzelnen Gesellschafter zu erfragen, ob und gegebenenfalls in welcher Kirche und zu welchem Steuersatz jeder Gesellschafter kirchensteuerpflichtig ist. Hierzu haben die Gesellschaften einmal im Jahr eine sogenannte Regelabfrage hinsichtlich der Kirchensteuerabzugsmerkmale vorzunehmen.

Die Gesellschaft hat sich hierzu beim BZSt zu registrieren und hinsichtlich jedes Gesellschafters dessen Geburtsdatum und Steueridentifikationsnummer zu übermitteln.

Neben dieser wiederkehrenden Regelabfrage ist auch eine sogenannte Andersabfrage durchzuführen, wenn zum Beispiel ein neuer Gesellschafter in die Gesellschaft eingetreten ist.

Die oben genannte Vorgehensweise ist auch dann zwingend erforderlich, wenn es sich um eine sogenannte „Ein-Mann-GmbH“ handelt, also eine GmbH nur einen (zugleich geschäftsführenden) Gesellschafter hat. Nur wenn die Gesellschafter allesamt konfessionslos sind, ist das Verfahren nicht zu beachten. Gleiches gilt in den Fällen, bei denen an einer GmbH keine natürlichen Personen Gesellschafter sind. (EO)