Bundesarbeitsgericht: Formulierung „Wir haben ihn … kennengelernt“ in Arbeitszeugnis zulässig

Ein arbeitsrechtlicher „Dauerbrenner“ sind Streitigkeiten über die Verwendung angeblicher „Geheimformulierungen“ in Arbeitszeugnissen, die zwar positiv klingen, jedoch eine negative Aussage transportieren. Nach ganz herrschender Meinung in der Rechtsprechung ist die Verwendung solcher Formulierungen unzulässig. Die Folge ist, dass sich der Arbeitnehmer vor Gericht erfolgreich gegen die Verwendung solcher Formulierungen wehren kann.

Einen „Klassiker“ dieser Art von Formulierungen hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) nunmehr für zulässig erklärt: Die Formulierung „Wir haben ihn als sehr interessierten und hoch motivierten Mitarbeiter kennengelernt …“ beinhaltet laut BAG keine versteckte Kritik und darf daher verwendet werden. Bis zu dieser Entscheidung wurde gelegentlich vertreten, die Formulierung „Wir lernten ihn kennen“ würde bedeuten, dass der Arbeitnehmer die im weiteren Text aufgeführten positiven Eigenschaften gerade nicht gehabt haben soll. (MJ)