Einführung der E-Bilanz zum 1. Januar 2013

Ein weiterer wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung des e-Government-Programmes der Bundesregierung wird Wirklichkeit: Die sogenannte E-Bilanz kommt nun (doch), und zwar zwingend zum 1. Januar 2013.

Unternehmer, die handelsrechtlich verpflichtet sind Bücher zu führen, und Unternehmer, die freiwillig oder auf der Grundlage anderer Vorschriften Jahresabschlüsse (bestehend aus Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung – GuV) erstellen, müssen diese zwar eigentlich schon für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2011 beginnen, nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz elektronisch an die Finanzverwaltung übermitteln; das Bundesfinanzministerium hat aber durch Erlass bestimmt, dass für den Veranlagungszeitraum 2012 noch ein herkömmlicher Abschluss in Papierform eingereicht werden kann. Insofern gilt die zwingende Verpflichtung zur elektronischen Abgabe daher erst ab dem Veranlagungsjahr 2013.

Auswirkungen hat dies – neben dem rein formalen Erfordernis der Einreichung des Abschlusses auf elektronischem Wege – dahingehend, dass die Finanzverwaltung mit der E-Bilanz neben den üblichen handelsrechtlichen Posten eine Fülle weiterer betriebswirtschaftlicher und steuerlicher Daten erhebt, die bisher oft erst im Rahmen von Betriebsprüfungen ermittelt wurden. Damit wird das Ziel verfolgt, ein elektronisches „Risikomanagementsystem“ einzuführen; konkret sollen dabei durch nunmehr mögliche Kennziffernvergleiche und andere Methoden prüfungsrelevante Fälle EDV-gestützt ermittelt und das Besteuerungsverfahren damit verbessert werden.

Die Gesamtheit der zu übermittelnden Daten umfasst dabei bei Kapitalgesellschaften schon 400 so genannte „Mussfelder“; im Vergleich hierzu sieht das HGB für Bilanz und GuV lediglich 48 Gliederungsposten bei einer (jedenfalls) kleinen Kapitalgesellschaft vor. Neben Bilanz und GuV sind nach den neuen Vorschriften bei Personengesellschaften auch Ergänzungs- und Sonderbilanzen elektronisch einzureichen. Außerdem gilt die elektronische Übermittlungspflicht auch für die Überleitungsrechnungen von der Handels- zur Steuerbilanz.

Unverändert in Papierform sind dem Finanzamt hingegen der Anhang und ggf. der Lage- und der Prüfungsbericht vorzulegen. Des weiteren gelten Spezialregelungen unter anderem für Banken und Versicherungen. Ferner haben Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Verkehrs- und Wohnungsunternehmen sowie kommunale Eigenbetriebe Ergänzungsangaben zu machen.

Die Einführung der E-Bilanz bedeutet zugleich für den Steuerpflichtigen, nun zeitnah – soweit noch nicht erfolgt – die Voraussetzungen hierfür zu schaffen, damit seine Buchhaltung ab dem neuen Wirtschaftsjahr 2013 diesen neuen Anforderungen gerecht wird. Insbesondere selbstbuchende Unternehmen sollten frühzeitig mit ihrem steuerlichen Berater Kontakt aufnehmen, um die notwendigen Anpassungen in ihrer Buchhaltungssoftware, den Kontenplänen und in ihrem Buchungsverhalten vorzunehmen.

Grund hierfür ist nicht zuletzt, dass, sollte der Steuerpflichtige seiner Verpflichtung zur Abgabe einer E-Bilanz ab 2013 nicht nachkommen, das Finanzamt Zwangsgelder (§ 328 AO) oder Verzögerungsgelder von bis zu 250.000 € (§ 146 AO) festsetzen kann. (MW )